tagebuch

 

hier der Link zu meinem Ehrenfeld Blog:

http://johntortuga.blogspot.de/


O. T. Festplattenteile, Pflanzenteile, Knochen 2013 Jörn Keseberg

Foto: Sabine Klement

 

hier ein paar Links zu meinen Videofilm Aktivitäten:

http://www.youtube.com/watch?v=wK0pWtywGxM Kurzer Film vom Sterben (1. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=1v5WFDOcvxE Kurzer Film vom Sterben (2. Teil)

http://www.youtube.com/watch?v=4TLpYaRQ1Ng Katja steht wieder auf (mit Katja Rohsmanith)

copyright jörn keseberg/katja rohsmanith

eh, was ist denn da schon wieder los im atelier...


hier der Link zu Videoaufnahmen von meinen performances in jörn´s garage "john j. tortuga & MzW":

http://www.youtube.com/watch?v=MTpXSJQGZl8

hier der link zu "spekulanten-pack" performance vom 17.XI.13

http://www.youtube.com/watch?v=koHwHgT1H1A

 

 

"Der Mensch ist eine aus hundert Schalen bestehende Zwiebel, ein aus vielen Fäden bestehendes Gewebe. Erkannt und genau gewußt haben dies die alten Asiaten, und im buddhistischen Yoga ist eine genaue Technik dafür erfunden, den Wahn der Persönlichkeit zu entlarven. Lustig und vielfältig ist das Spiel der Menschheit: Der Wahn zu dessen Entlarvung Indien tausend Jahre lang sich so sehr angestrengt hat, ist derselbe, zu dessen Stützung und Stärkung der Okzident sich ebenso viele Mühe gegeben hat"

Hermann Hesse

 

Performance 17.XI.2013

 

"hommage an r." jörn keseberg 2013 ölmalerei, tuschezeichnungen, fotografie / artclub bis 15.12.2013

 

zu Besuch bei Mary Bauermeister...Fluxus Ikone in Forsbach

 

Go into arts. I´m not kidding.

The arts are not a way to make a living.

They are a very human way of making life more

bearable. Practicing an art, no matter

how well or badly, is a way to make your

soul grow, for haven´s sake. Sing in the

shower. Dance to the radio. Tell stories.

Write a poem to a friend, even a lousy

poem. Do it as well as you possibly can.

You will get an enormous reward. You

will have created something.

Kurt Vonnegut

 

Jörn Keseberg, Pastell ca. 1984 in der Weißenburgstr. entstanden

 

eine Zeichnung aus meinem Skizzenheft 1982 in Barcelona..  copyright jörn keseberg

 

meine "Bilderfresser" von 2008        copyright Jörn Keseberg

 

eines meiner ersten Fotos von 1972 auf Formentera

 

ich, vor dem Spiegel-irgendwo in Frankreich 1982      copyright jörn keseberg

 

copyright Werk und Foto Jörn Keseberg

unser Hausgott im Arbeitszimmer, er zwinkert und wispert und läßt sich einfach nicht scharf fotografieren, ich denke er hat Angst das ich ihm seine Seele mit dem komischen iphone rauben könnte..

 

copyright Werk und Foto Jörn Keseberg

meine Arbeit zum Cologne-Conakry Projekt: Kambala Holz, Transferfoto, Notknopf, Nato-und Stacheldraht, Leds,  ohne westlichem Lendenschurz

 

Copyright Werk und Foto Jörn Keseberg

 

 

copyright jörn keseberg

Filmstill aus meinem Filmstudio

copyright anja titsch

mit meinem Nachbar, diskret von hinten fotografiert

 

copyright jörn keseberg

im Durst, wie ordentlich die ihre Aufkleber platzieren..

Trink immer, solange du noch kannst. Man weiß nie, ob später nicht was dazwischenkommt. (Sven Regener, Der kleine Bruder)

 

copyright jörn keseberg

mein mittlerer sohn max bei der vorbereitung zur performance am 16. November 13

 


copyright rauminstallation und foto jörn keseberg

meine installation für was?was?was (bentfeld/wagner) 2008 (zersägtes klavier)

copyright jörn keseberg

lousy poem, von mir ca. 2007

 

copyright werk und foto jörn keseberg

mein kambalaholz kreuz, mit touchscreen, 1999 in meiner 1. selbstorganisierten ausst. in huerth


copyright jörn keseberg

ich hab ziemlich merkwürdige füße...

 


copyright anja titsch

im artclub, crazy Jörn mit Festplattenkarousell anläßlich des Jubiläums

 

copyright jörn keseberg

am Ruhrsee (ist kein photoshop fake!)


16. Oktober 13

I was six years old then, I was a clean little bird; lots of things I didn´t know....wish I´d never found them out.    (Charlie Parker)

 

jetzt geht in ehrenfeld die post ab, alle reden von gentrifizierung, noch schwärmen die künstler herbei und die ateliers und neuen geschäftsideen ploppen aus dem asphalt der kleinen sträßchen rund um die venloer wie magische pilze. in ehrenfeld sein macht spaß, yeah, am schönsten ist es zu fuß. Gestern mit dem geliehenen schmuck von john tortuga´s  performance in der tasche zu matina spaett in der thelenstr. spaziert und beim anblick der leute daran gedacht ob es angebracht sei sich pfefferspray einzustecken, gegen den laden der solches verkauft, wurde wild demonstriert mit transparenten vor dem eingang. jetzt interessiert sich keiner mehr dafür und der johntortuga denkt über die größe der spraydose nach...an jeder ecke baugerüste, kräne die schon mal umstürzen alle putzen sich heraus wie eine schöne, eitle alte frau. die spekulanten reiben sich die feuchten hände und schaffen schon mal speicherplatz fürs schöne geld in das sie ihre geifernden hauer schlagen werden. ein besonders geiler ist mir kürzlich begegnet wie ich auf der suche nach größerem atelier mit heizung auf die halle einer ehemaligen motoreninstandsetzung am gürtel stieß. nennen wir ihn der einfachheit und der diskretion wegen mal herrn habundgier. schöne alte abgewrackte halle an der seit 50 jahren niemand mehr hand oder geld angelegt hat. alles mit schöner patina überzogen wies der künstler mag, nur keine isolierung im dach, ein dreckig verölter boden und ein strahlender herr habundgier . die halle ist für mich zu groß aber es ist schnell ein mitstreiter gefunden der ebenfalls nur die hälfte benötigt für die produktion von libanesichen bhaklava (warum der nicht ins gewerbegebiet geht weiß ich nicht..) von den wänden rieselt der putz. man wolle für heizung sorgen und selbst eine gemeinsame toilette billigt der feine herr uns zu. auf die frage nach dem preis fehlt einem der stuhl zum festhalten 9 € lauwarm also mit NK plus energiekosten. was es kostet die nicht isolierte, einfach verglaste, zugige halle zu heizen mag man sich gar nicht vorstellen, die anschaffung eines nerzes für den winter statt heizung dürfte ein schnäppchen dagegen sein. auf die frage nach verhandelbarkeit winkt herr habundgier gleich ab. da wird nicht dran gerüttelt. bei der verwicklung ins gespräch kommts dann heraus: herr habundgier hat solch schreckliche angst vor inflation das er sie gleich mal vorwegnimmt, so brauch er die angst nicht mehr haben. zu dm zeiten wär für den preis von 18 dm ein luxusappartment mit domblick und marmornem bad mit den berüchtigten goldenen wasserhähnen zu haben gewesen. jetzt ein dreckiges, gieriges loch. die anwesenden künstler ziehen lange gesichter und ziehen ab.

 

Performance Nacht 12.10.2013

copyright jörn keseberg

Kinetisches Objekt aus Festplattenlagern (Jörn Keseberg), Tonskulptur (Jörn Keseberg nach einer kambodschanischen Gottheit), Fisch vom Lütticher Flohmarkt, Mikrofon, afrikanische Krippenszene (unbekannter Künstler), Yogafigur (Jörn Keseberg)

copyright jörn keseberg

ich, 12.10.2013 vor dem Schrank meines Großvaters im Atelier von John J. Tortuga

 

copyright werk und foto jörn keseberg / foto dunkelhäutiges mädchen werner kossmann

John J. Tortugas Beitrag in jörns garage zum Cologne-Conakry Projekt im artclub, Melchiorstr. gegenüber alte Feuerwache

 

copyright jörn keseberg

..ein Hase darf bei keiner Performance fehlen. In memoriam Joef Beuys.


copyright jörn keseberg

Polaroid Foto von mir in St. Jean de Paracol 1983

 

10. Oktober 2013

Wicked Herwick! Der Name meines Klassenlehrers für Deutsch und Geschichte in der Sexta. Groß, hager, mit scharfer, spitz zulaufender gebogener Nase die wie ein Säbel aus dem verbitterten Gesicht herausragte. Er lehrte uns die Verhörmethoden der Gestapo, wenn er vor unserer Klasse ein paar ältere Mitschüler, er mit dem Rücken zur Sonne gewendet, so das sie geblendet wurden und ihn nicht sehen konnten über eine Tat verhörte. Ich hatte Angst vor ihm, den rot gebadeten Heften die wir nach Klassenarbeiten zurückbekamen, die vom Vater unterschrieben werden mußten und später lernte ich ihn hassen. Er mochte die meisten seiner Schüler nicht. Kaum einer konnte es mit seinem rasierklingen scharfen Verstand aufnehmen. Seine schwärende Wunde war ein Klumpfuß, der in den speziell dafür gefertigten stets gleichen schwarzen Schuhen sich verbarg. Ich weiß nicht genau ob es auf sein Konto ging, das wir eines Tages ohne weitere Vorbereitung und auch ohne ein Wort der Nachbesprechung einen Film zu sehen bekamen vor dem ich euch nur warnen kann! Wenn ihr nicht Schweißerbrillen tragt, dann werdet ihr ein branding erhalten, daß ein Leben lang nicht verheilt. Nuit et brouillard (Nacht u. Nebel) von dem Regiesseur Alain Resnais aus dem Jahre 1955. Die deutsche Übersetzung lieferte Paul Celan. Es wurde originales Bildmaterial verwendet aus dem Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau. Paul Celan spricht in ihm die "Todesfuge", der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Das Bild der Leichenberge hat sich in mir im Laufe der Zeit mit dem Abbild von wicked Herwick verschmolzen. Später durfte er nicht mehr in der Unterstufe unterrichten, zuviele der von ihm unterrichteten Kinder litten in der Folge an Bettnässen und anderem. Die Würmer werden tagelang nach seiner Kost gekotzt haben. Am Samstag wird die Performance ihm gewidmet sein.

 

copyright werk und foto jörn keseberg

mein schamanisches performance instrument, poetry flute

Montag, 7. Oktober 2013

wie wir gestern von großartigen Gesprächen  und beichten der lässlichen Sünden  bei meinem Langjährigen Freund  J.?F.?P. heimkehren, den Braten halb anverdaut im Magen lieeggend und ich wie seit geraumer Zeit üblich meine diversen Rüssel in den digital Ocean checke, lese ich doch folgende an mich gerichtete Nachricht die ich hier sinngemäß zitiere: Ich der alte, aber noch recht rüstig - bissige Sack Friedrich Haupt, erbitte mir Einlass in die Pforten des Ruhms im Pfadfinderclub der Kunst, dem ARTCLUB. WAS muss ich tun?  Gerade hatten wir uns noch im Guten Morgen am Brüsseler Platz bepinkelt vor lachen, bei der Vorstellung seiner Postkarten, vorallem der mit der Gelobten Deutschlandfahne als Grund und darauf ein bürgerliches Modell einer vollgeschissenen Unterhose und darüber der Schriftzug: German Angst....hahahaah !!! Oder Frau Monarchin Merkel als Qualle... So Waffenscheinpflichtige Brandbomben führt der Mann stets mit sich um sie in die muffigen Briefkästen harmloser , nichts ahnender, verfassungstreuer Bürger zu stecken in gemeinster Absicht, mit einem knurren auf den Lippen, dass die morschen Jägerzäune wackeln. Und damit nicht genug: als Absender und Verfasser der frohen Botschaft steht da eine web Adresse www.f-haupt.de, also quasi sein Name mit allem. Respekt! Herr Haupt, Morgen werden wir die Reaktionen unseres Kunstdiktators auf solch Übermaß an subversiver Energie kennenlernen. Parzival wird mit den Ketten der Formatvorgabe rasseln und die german angst wird sich wegducken müssen auf harmlose 60 x 100 cm, Viva de'll Arte !

 

copyright werk und foto jörn keseberg

5. Oktober 2013

...eine pailette...manchmal landet sie im haar eines akrobaten...jean genet, der seiltänzer

gestern ein rauschendes fest, wie in Steinbecks straße der ölsardinen beschrieben, und gäste die fast zu tränen rührten: mein alter kunstlehrer und selber künstler, FRIEDRICH HAUPT, war einer der ersten gäste, pünktlich um acht, mit einem bunten strauß subversiver postkarten im ärmel (während des irakkrieges ließ er eine karte drucken auf der george bush zu sehen war wie er sich einen revolver in die hose steckt der aufs gemächt zielt...die hat er dann unter korrekter absendeadresse ans weiße haus geschickt und diversen anderen personen... in den nächsten tagen hab ich die karten fotografiert und bei facebook für ihn ein eigenes album angelegt. dann trudelten so nach und nach ilustre gäste ein wie numinos & marcus, geschätzte artclub künstler: achim & georg..alte freunde, nur karl gas fehlte (der ist unterwegs ins gelobte land) und r&h, aber genung der rätsel, John Tortuga & MzW sind derer genug....und dann gabs performance, MAGGIe pur, anja-muse war wie verwandelt, ihr lesen atemberaubend schön: jean genet, der seiltänzer (dazu ein link:http://www.societaetstheater.de/Stueckdetail/event_id/DER-SEILT-NZER-101198/termin_id/2011-Fri-17-Jun-2000Uhr-1247970) dann ich auf der leiter umgeben von der angstvollen stille des publikums, am ende nur hören auf anja und genet. achim hats gefilmt und ich kann es kaum erwarten sein werk in augenschein nehmen zu dürfen. am ende gabs applaus, das brot des künstlers-die schlange in mir ist satt und verdaut.

copyright werk und foto jörn keseberg

Blick in den Kreißsaal, Simrockstr.

4. Oktober 2013

Bekanntmachung

Anja-Muse hat am gestrigen Tage, den 3. Oktober 2013 um 17.13 Uhr ein gesundes Kind unbekannten Geschlechts und Vaters zur Welt gebracht. Das Kind hat den Namen John Tortuga erhalten.

Wenn das jetzt kein Grund zum feiern ist! Bin fast erschöpfter als die Mutter deren feuchte Hände ich bis eben gehalten habe und von dem süßen Augen des Säuglings der noch in die unendlichen Weiten des Universums zu blicken scheint.Es war eine Spontangeburt, fast ohne Wehen und Schmerzen ging es ihr über die Lippen...ja jetzt wißt ihr auch warum diese Seite entgegen aller Gewohnheit gestern leer blieb, ich mußte Anja-Muse zur Seite stehen und sie mit zärtlichen Küßen bei Laune halten, nun schläft sie friedlich den Säugling in den Armen haltend. Nun ist das Werk vollbracht und am Samstag um 20 Uhr wird die Ankunft der kleinen Racker-in in der Simrockstr. 30 gefeiert. Ihr seid herzlich eingeladen!

 

copyright werk und foto jörn keseberg

Festplatten, Schreibmaschinenteile -  2011 Privatbesitz

 

copyright jörn keseberg

16. September 2013

ich möchte alle Kunstfreunde zu meinem neuesten Projekt einladen.

Installation-bricolage in meinem Atelier in der Simrockstr. 32

Titel" the artist is not present"

ihr könnt jederzeit vorbeischauen, am besten abends wenn die Dunkelheit eingesetzt hat...für mich meine Ersatzveranstaltung für die offenen Ateliers die am kommenden Wochende stattfinden und an denen ich ja nicht teilnehme..because  not present sondern in der Sonne in Malle.

 

 

Transsubstantiation (Die Verwandlung von Wasser in Wein)

2013

Fotografie Sabine Klement Kunstvermittlung

 

 

copyright jörn keseberg

 

silence 9.12.08

der traum bar pianist zu werden ist mit diesem instrument nicht zu realisieren-bin froh auch experimentelle musik zu mögen.... auch wenn ich nicht so gucke..

24.11.08 ich frage mich ob es in der garage zu kalt ist um weitere klang/geräuschkompositionen zu produzieren.  Im park auf dem weg zur antwerpenerstr. liegen geschmolzene schneemänner wie eisberge.

 

ehrenfeld ist cool - eisberge, schleudersitze aus starfightern beim frisör, gemütliche currybuden mit panorama tv und im übergang zum belgischen viertel dieser dessousladen in dem vorher jahrzehntelang ein beerdigungsunternehmen getrauert hat- als kind bin ich auf meinem schulweg in den 70igern in die damals reine jungenschule kreuzgasse täglich 2 mal an dem totengräber vorbeigehuscht, der dessouladen wäre motivierender gewesen...

 

 

23.11.2008

das klavier ist meine inszenierung einer wiederauferstehungsgeschichte, das zerstörte klavier ist der tod und die angst vor ihm. Davor liegt (hier nicht sichtbar) eine galvanoplastik von einem engel dessen flügel abgebrochen sind und dessen kopf fehlt. Das ist der, der aufwachen soll. Dazu habe ich eine klangkomposition in anlehnung an john cage gemacht. youtube link unter dem bild...

 

klavierteile, stenorette (aufnahmegerät) gitarre

Video“etude garage #1"

 

22.11.2008

das hirn des menschen ist schlicht zu groß, finde ich, manchmal. Mehr schunkeln und nicht soviel über das dahinschmelzende finanzsystem, meine angst vor den polkappen oder über die vibrierenden pupillen weiblicher wesen nachdenken. Von vorteil für den künstler ist es ja eine gehörige portion kreativität zu besitzen. Etwas inspiration von außen und beweglichkeit in der ansammlung von zellen. Die ja größtenteils aus wasser bestehend somit quasi in der sie umgebenden wirklichkeit schwimmen. Weiter oben ist unendlichkeit und gekrümmte raumzeit in die ein kleiner teil der menschen sich bemüht hineinzuschauen vielleicht in der hoffnung  antworten zu entdecken die ihn beruhigt in sein leben zurücksinken lassen, zwischen vertraute menschen, kinder und haarige haustiere.

Ich habe jetzt zwei objekte in arbeit in denen ich das moment der bewegung wiederaufgrefen möchte. Bewegung, zeit, klang, form (musik ?) Ich habe auch erste tonaufnahmen gestartet in denen die klänge meines zerstörten klaviers analog aufgenommen und abgespielt werden, digital könnte man sie jetzt bestimmt so bearbeiten dass sie wie ein nicht zerstörtes klavier klingen, was aber umständlich und langweilig ist. Ich hoffe auf diesem weg mein verständnis für musik zu vertiefen, das leider beim pling einer  triangel und einigen akkorden auf der gitarre stehen geblieben ist. Beim spiel auf den abgeschnittenen klaviersaiten macht sich das aber kaum bemerkbar.

 

im kunst-show-fenster vom artclub  am 9.10.2008 (zerschnittene festplatten, abendmahl, n. y. börse und börsennotierungen als scherenschnitte, schaumstoff)

8. oktober 2008

Mein pataphysikalisches weltbild ist durch die ereignisse der letzten (nicht kommentierten) monate so gefestigt worden , wie das ehrwürdige geheiligte finanzsystem auf diesem planeten ins wanken geraten ist. No risk no fun.
Es hat mich für mehrere monate atem- und sprachlos gemacht, eine verbale fastenkur und heute ist fastenbrechen: natürlich nicht die dünne gemüsesuppe sondern großes bankett, gefülltes kamel nach dem rezept von  t.c.boyle!  Drei  vernissagen stehen jetzt in meinem lebensbuch die ich mit viel liebevoller und tatkräftiger unterstützung von meiner muse, meinen kindern und deren freunden/innen sowie der nachbarschaftshilfe  ausgerichtet habe. Es war lustig, hat unglaublich viel spaß gemacht,  ein erfrischender kopfsprung vom 10 m brett in ein neues leben.  Die sektbläschen sind inzwischen alle aufgestiegen und im trüben herbstnebel dieser tage nähern sich krokodile und chimären, banalitäten und kontostände, mieten, bezahlen, kühlschrank leer,  dieses ganze langweilige existenzgelumpe will sich in die hirnwindungen schleichen. Der pegel der jammertalsperre ist bedrohlich angestiegen und wie sandsäcke liegt das  lob der besucher davor: es war ein waghalsiges, naives experiment und als ergebnis ist eine gut renovierte räumlichkeit für den kulturverein k30 herausgekommen (der ist jetzt mieter der galerieräume) und ein experimenteller kunstraum: jörns kreativ  garage- also ein ganz herzliches DANKE an alle die daran teil hatten.
Freundlicherweise hängt im schaufenster noch immer eine neue arbeit von mir: abstrakt -tachistische-übermalte übermalung. Als es noch meine galerie war hing im schaufenster eine zeitlang die gitarre und manchmal bremsten autos die schon daran vorbeigefahren waren ab um im rückwärtsgang sich dann doch noch zu vergewissern ob  das was flüchtig am äußersten rand der netzhaut auftauchte auch teil der realität war.  Die wirkung  der eigenen arbeiten zu erfahren ist ja  überhaupt ein spannendes thema. Die kommentare sind meistens recht kurz aber es gelingt mir eine gewisse neugier  auszulösen, sich die objekte genauer anzuschauen. Im fall der gitarre ist wie ich erfahren habe ein ziespältiges berührt sein vorherrschend: zum einen ist da der ekel: zurückweichen und dann doch wieder hingucken- so etwa  wie bei einem autounfall der sich gerade ereignet hat. Manche denken dann an mett, fleisch eben oder  an helen memels "arschwunde" - ist eben schwer drüber zu reden  wie bildende kunst ja überhaupt  so mühsam in worte passt, passende worte. Oder es wird dann so intellektuell das  ich einfach nichts mehr kapiere, darüber einschlafe , soll übrigens vielen leuten so gehen und vergessen wir buchstabenaneinandersetzer nicht auch in trüben momenten was es erhellendes mitzuteilen gab: die bewegungen des geistes sind  unübersichtlich, verquirlt-verschlungen und ich bin mißtrauisch geworden dem zu glauben was ich so denke wenn der tag  lang ist.  Wenn dann noch die hände ins spiel kommen und gedanken zu kunst formen (wollen) sie (die gedanken) in die welt der materie befördern, dann gibt es kaum mehr ein zurück. Dann entseht der wunsch musiker zu werden, nur flüchtige töne zu zeugen, jede aufnahme zu verbieten und die idee des fluxus aufzugreifen, ein durchfall der ideen, nichts zu hinterlassen was irgendwo, wie ausgestellt werden könnte.
Die gitarre könnte so eine art seelischer nachhall sein der aus dem intensiven betrachten der fleischauslage  bei meinem metzger  entstanden ist und dem anschließendem einschalten des radios im auto auf dem weg  nach hause in verbindung mit dem unerfüllten wunsch ein instrument spielen zu können. Die im stern spiegelnden flächen der zerschnittenen festplatten sind die künstlerische übertragung der kalten schneiden der metzgermesser die in dem unbekannten universum des todes leckeren aufschnitt produzieren. Und der dinkel der durch die  seidenstrumpfhose verführerisch schimmert  könnte als anbetung der vegetarischen sehnsüchte meiner freundin gedeutet werden. Könnte sein. Es ist eben ein zeugnis meines seins in der welt und darf interpretiert werden.  In romantischeren momenten träume ich sie könnte zum objekt der spekulation geworden sein und ich sehe die unglaublich langbeinige dame einer eleganten "white cube" galerie mit breitem, zähnefletschendem lächeln meine mett-gitarre  einem ebenso elegant gekleidetem herren präsentieren.
Ich stehe beim metzger, die organe und muskelstücke toter tiere  betrachtend die ich zu erwerben trachte, während auf dem millionen von kilometer entfernten mars produkte der hightech industrie nach spuren dieses lebens suchen und eine mediale flut von bildern der neuesten attentate, hungerkatastrophen, bankenpleiten und chemieverseuchter babynahrung auf uns niederprasselt. Darauf ist die mett-gitarre ein künstlerischer nach(vor)hall. Zusammen mit dem zerstörten klavier und der sprachlosigkeit als gesangsstimme könnte daraus ein requiem entstehen!

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